From the Basecap to the Fezcap! – Hoşgeldiniz
Das Pergamonmuseum entdeckt die Gegenwart: elf türkische Künstler stellen aus.By Andreas Toelke„Es ist das erste Mal in der Geschichte des Pergamonmuseums, dass zeitgenössische Künstler und Designer hier gezeigt werden“, sagt Claus-Peter Haase, Direktor des Hauses. Und ist stolz drauf. Kann er auch; fast erscheint es erstaunlich, dass gerade der Tempel der Klassik (natürlich in Kooperation mit DMY!) auf so eine Idee kommen muss. Aber: „Was wissen Sie eigentlich von moderner Kunst in der Türkei?“, fragt der Kurator Güven Günaltay. Ertappt. Wer kennt schon Alev Ebüzziya Siesby – oder Oya Akman? Okay, die Namen sind auch echt gewöhnungsbedürftig, aber die Entwürfe? Die sind durchaus massenkompatibel, haben aber trotzdem einen Twist, der sie regional verortet. Das Bemebyaz – das Whiskyglas von eben jenem Oya Akman zum Beispiel, das trifft Orient auf Okzident – nicht wegen des zugeschriebenen Gebrauchswerts. Die Gefäße in transluzidem Weiss, die so auch in irgendeiner hippen Bar stehen könnten, zitieren auf den zweiten Blick klassische türkische Formensprache. Etwas offensichtlicher lässt Erdem Akan die Formen sprechen: der Kegel des Fez (klassisch in rot mit Troddel) morpht bei ihm zu Fezcap. Design mit Humor. Herrlich. Und gleichzeitig die offensivste Art und Weise mit Klischees zu spielen. Damit ist er nicht alleine: Ringe namens „Istanbul“ die ein Miniatur Moschee zeigen, ein Hocker aus der klassischen Kopfbedeckung der Sultane – die Anregungen der Designer scheinen auf der Straße zu liegen. Auf den Punkt bringt es Erdem Akan: Eastmeetswest ist ein Teeglas, das jeder Türkei Urlauber aus dem Eff-Eff kennt. Der Designer lässt es in einen Glaszylinder schweben. Ein wunderbares Bild für die zarte Einheit die sich zwischen Tradition und Moderne bilden kann.
