
How to select a Top Ten
Die DMY Jury Selection YoungstersBy Silke BenderGibt es objektive Kriterien, die Qualität von Design zu bestimmen? Ja. Oder ist nicht alles Geschmackssache? Auch Ja. So zumindest lässt sich die Auswahl der Jury interpretieren. Zum ersten Mal wurden in diesem Jahr fünf internationale Juroren gebeten, unter den 300 Bewerbern die Top Ten zu bestimmen. Die Experten aus Design, Lehre und Consulting brauchten nur drei Sitzungen, um sich zu einigen. Einstimmig kamen beispielsweise sofort „chris & ruby in friesland“ mit ihrem als Überwachungskamera verfremdeten Vogelhäuschen oder die Stricklampen des Südkoreaners Kwangho Lee ins Finale. Ebenfalls alle überzeugten: Die „Ikarus“-Wachslampe von Aylin Kayser & Christian Metzner sowie die neue Produktionstechnik des Blechhockers „Plopp“ von Oskar Zieta, die es erlaubt, serielle Unikate herzustellen. Der gemeinsame Nenner? Die Objekte spielen mit kritischer Ironie und ungewöhnlichen oder vertrauten Materialien, die in einen neuen, überraschenden Kontext gesetzt werden. Irgendwie „very arty“, experimentell und wenig kommerziell. Schwer vorzustellen, dass eines dieser Objekte in ein paar Saisons den Weg in die hochglanzlackierten Designer-Showrooms oder auf die Möbelmessen findet. „Vor dem Kommerz kommt die Kreativität. Wir verstehen unsere Auswahl als Vorstufe, als Labor, wo neue Ideen das erste Mal eine Form finden“, meint Åke Rudolf, DMY-Kurator und Jurymitglied. Sein persönlicher Favorit ist übrigens – und da kommt dann eben doch der Geschmack ins Spiel – die Stricklampe, die genauso gut in eine Galerie wie in ein Wohnzimmer passt.
